ISBB Trebel                

Institut zur Selbst-Bestimmung Behinderter

                                   

 

Fortbildung Sexualbegleitung

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Was ist Sexualbegleitung ISBB®
 

Träger: Institut zur Selbst-Bestimmung Behinderter e.V.,  Nemitzer Str. 16,  29494 Trebel

Das „Institut zur Selbst-Bestimmung Behinderter“ ist eine Initiative der emanzipatorischen Behindertenbewegung. Emanzipatorisch ist daran der Versuch, sich von traditionellen Rollenfestlegungen zu befreien: gegen das dankbare, liebe, leicht zu verwaltende Musterkrüppelchen.

Zu diesem Emanzipationsbemühen gehört auch der Versuch, behinderte Menschen zu unterstützen auf ihrem Weg, sich ihren Körper wieder anzueignen und eine erfüllte Sexualität zu erleben. Manche benötigen dazu neben der Beratung ein Stück Begleitung, die wir ihnen schon traditionell in unserem Institut bieten.

Angeboten wird dabei eine gemeinsame Zeit, eine Surrogatpartnerschaft, die offen ist für sexuelle Kontakte. Das unterscheidet sie von der Prostitution, in der eine sexuelle Handlung Gegenstand des Vertrages ist. Erst wenn sie geleistet wurde, muss der Kunde bzw. die Kundin zahlen. In der Sexualbegleitung wird eine gemeinsame Zeit bezahlt, in der der Kunde oder die Kundin Erfahrungen machen kann, die helfen, sich im "richtigen Leben" eine eigene Sexualität/Partnerschaft aufzubauen.

     Grafik: www.rotelinie.de

Sexualbegleitung bedeutet eine zeitlich begrenzte, emotionale Surrogatpartnerschaft, in der die Gäste Erfahrungen machen können mit ihrer Sexualität. Die Sexualbegleiterin oder der Sexualbegleiter wirken wie ein Medium, durch das der Gast, entlastet von den üblichen Beziehungsaufgaben, sich selber lustvoll erleben kann. Der Körper wird als Quelle von Wohlbehagen erfahren und nicht als defizitärer Feind.

Die Sexualbegleitung im ISBB arbeitet  im Kontext psychologischer Hilfen. Das ISBB veranstaltet Workshops als Selbsterfahrungsgruppen oder als therapeutisches Angebot unter der Leitung von Dipl.-Psych. Lothar Sandfort. Die Ratsuchenden erarbeiten sich - allein oder angeleitet - Lösungsideen, mit denen sie sich für ihr zukünftiges Leben persönlich weiterentwickeln können - hin zu erfüllterer Sexualität und Partnerschaft.

Sexualbegleitung ist kein Angebot ausschließlich für behinderte Menschen. 

Einschub: Häufig gestellte Fragen zur Sexualbegleitung. Klick hier!

Sexualbegleitung ISBB® ist ein durch das deutsche Marken- und Patentamt geschützter Begriff. Für die Qualität der ISBB-Mitarbeiter und ISBB-Mitarbeiterinnen, die diese Schutzmarke als Qualitätssiegel führen, verbürgen wir uns. Sexualbegleiterinnen und -begleiter, die diese Marke lizenziert führen, verhalten sich nach den Kriterien, die auf dem Internetauftritt www.isbbtrebel.de beschrieben sind.

 

Ausbildung zur Sexualbegleitung

Die Nachfrage nach einer solchen professionellen Begleitung steigt sowohl bei einzelnen Ratsuchenden und bei Paaren, aber auch bei Einrichtungen und Verbänden der Behindertenarbeit. Nachgefragt wird die gesamte Palette von der anonymen über die persönliche Beratung bis hin zur erotischen Massage oder zum Geschlechtsverkehr.

Die FortbildungsteilnehmerInnen werden in der von uns ausgeschriebenen Fortbildung befähigt, sicher und angemessen dieses Angebot erfüllen zu können, bei Wahrung der eigenen Grenzen des persönlichen Angebotes. Die erfolgreiche Teilnahme wird ausführlich zertifiziert.

Während die Titel "Sexualbegleiterin ISBB" und "Sexualbegleiter ISBB" durch diese Ausbildung dauerhaft erworben werden, bedarf es zur Führung des Qualitätssiegels Sexualbegleitung ISBB®  der bleibenden Verankerung in der therapeutischen Supervision durch Dipl.-Psych. Lothar Sandfort. Die Titel dieser Ausbildung können, einmal erworben, nicht mehr entzogen werden. Das Gütesiegel Sexualbegleitung ISBB® schon.

Am Ende einer langen Entwicklung soll ein Netzwerk professioneller Sexualbegleitung stehen von Menschen, die entweder in Einrichtungen arbeiten, in Beratungsstellen oder auch als freie AnbieterInnen sexueller Dienstleistungen.

Die Teilnehmenden unserer Fortbildung brauchen keine besonderen Ausbildungen als Voraussetzung für die Teilnahme. 

Ablauf:

Die Fortbildung ist keine Ausbildung im klassischen Sinne, kein Kurs mit mehreren Teilnehmenden und Lehrern. Wir nennen sie gern und lieber "Supervision". Nie werden mehr als zwei Menschen gleichzeitig in Sexualbegleitung eingeführt. Das würde die Gruppen in den Workshops überfordern. Es gibt von Anfang an die Möglichkeit, Sexualbegleitung anzubieten und über das Erlebte sich auszutauschen, Supervision halt.

Die "Supervision" verläuft über sechs Wochenenden im Gäste- und Tagungshaus Nemitzer Heide im wendländischen Trebel/Ostniedersachsen. Die Blöcke werden im Zusammenhang mit den Treffen der ISBB-Gruppen datiert. Die auszubildenden SexualbegleiterInnen müssen an den Gruppen teilnehmen und können ihre Dienste den teilnehmenden Behinderten an den Abenden anbieten. Wesentlicher ist jedoch, dass die Ausbildung praktischen Einsatz, Selbsterfahrung in der Gruppe und theoretische Anteile verbindet. Die Reihenfolge der Ausbildungsinhalte bestimmt somit die Entwicklung des Gruppengeschehens. Tantra ist ein wesentlicher Bestandteil der Erotik-Workshops des ISBB.

Tantra meint eine spirituelle Weise des Erlebens, die den Begriff der Sexualität erweitert hat, über den Koitus hinaus. Sexualität ist uns viel mehr als der Geschlechtsverkehr. In allen Ansätzen, die ihren Beitrag zu dieser Erkenntnis geleistet haben, wurzelt die Definition des ISBB zu Sexualität. So in der freudschen Psychoanalyse genauso wie in der Frauenbewegung.

Zeitplan:

Zeitplan für die sechs erotischen Workshops (nicht für das zusätzliche Selbsterfahrungswochenende)

Anreise Freitags bis 16.00 Uhr
Supervision 16.30 bis 18.00 Uhr
Freitag abends: Teilnahme an der erotischen Tafel

Samstag vormittags: Supervision
Samstag  nachmittags: Teilnahme an tantrischen Übungen
Samstag abends: Zeit für Dates

Sonntag vormittags: Supervision

Abreise: ca. 14.00 Uhr
 

Inhalte:

Die Themen für die Supervisionen und für das tantrische Selbsterfahrungswochenende bestimmen sich durch die Erlebnisse, die im praktischen Einsatz konkret gemacht werden. Aus der Erfahrung können dabei folgende Fragen(-komplexe) angesprochen werden.

Philosophie und Geschichte der Selbstbestimmt Leben Bewegung Behinderter .
Was heißt Emanzipation Behinderter?
Welche Erfahrungen habe ich in der Begegnung mit Behinderten? Wie kann ich sicherer werden?
Welche typischen Einschränkungen bei Behinderten gibt es und was bedeuten sie für mich?
Sind unterschiedliche Einstellungen bei der Begleitung von Körperbehinderten, Sinnesbehinderten oder geistig Behinderten zu beachten?
Erfahrungen des ISBB bei der Sexualberatung behinderter Menschen?
Welche Hilfsmittel benutzen Behinderte, und wie behandel ich sie?
Welche Animationsprodukte können behinderten Menschen hilfreich sein?
Wozu kann meine Begleitung behilflich sein?
Wie kann sie Selbstbestimmung fördern?
Welchen Auftrag bekomme ich, und wann ist der erfüllt?

Wie stehe ich zu meinem Körper?
Was ist würdevolle Sexualität?
Welche unterschiedlichen typischen Bedürfnisse haben Männer und Frauen?
Welche unterschiedlichen typischen Bedürfnisse haben Heterosexuelle, Lesben, Schwule?
Wie erlebe ich meine Sexualität heute?
 

Grenzen setzen – Abhängigkeit/Unabhängigkeit.

Welche rechtlichen Probleme habe ich bei meinem Angebot, besonders in Einrichtungen behinderter Menschen zu beachten?
Geschichte und gesellschaftlicher Auftrag der (Sonder-)Einrichtungen für Behinderte?
Auswirkungen der Dezentralisierung auf die persönliche Freiheit Behinderter?
Erfahrung mit der Sexualberatung und –begleitung in Behinderteneinrichtungen?
Welche Einrichtungen fragen Hilfestellungen für ihre behinderten Bewohner/innen an?
Wie fördere ich die erotischen Potenziale einer Einrichtung?
Wie kläre ich auf, mit welchem Material?
Welche sexuellen Praktiken will ich anbieten, auf welche Vorlieben eingehen?
Massage/Berührungen in Praxis. Massagetechniken üben. Einsatz von Ölen, Düften, Bädern.
Spezielle Übungen für den Einsatz in Teams der Behinderteneinrichtungen?
Einsatz erotischer Musik und erotischer Speisen.
Arbeit mit Paaren.
Arbeit mit Behinderten und deren persönlicher Assistenz.
Begleitung als zeitliche Hilfe – Einstieg, Verselbständigung und Beendigung.
Unterschiedliche Angebote für männliche und weibliche Kund/inn/en.
 

Teilnahmeregeln:

1. Bewerbungen bitte mit Lebenslauf und ausführlichem Bewerbungsschreiben, aus dem die Motivation zur Teilnahme hervorgeht, an: ISBB, Nemitzer Str, 16, 29494 Trebel

2. Nach Abschluss des Kurses erhalten die erfolgreich Teilnehmenden ein Zertifikat, das sie berechtigt, den Titel „Sexualbegleiterin ISBB“ oder „Sexualbegleiter ISBB“ zu führen. Es stellt unter bestimmten Bedingungen ein Qualitätssiegel zur Verfügung.

3. Da wir selber an der Fortbildung in Sexualbegleitung interessiert sind, entsteht kein Fortbildungshonorar. Es sind von den TeilnehmerInnen lediglich die individuellen Fahrtkosten und die Unterkunft im Gästehaus Nemitzer Heide zu begleichen: 95 € pro Zeitblock bei Übernachtung im Doppelzimmer und 115 €  im Einzelzimmer, inklusive Vollverpflegung. 

 

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Ich unterstütze das ISBB mit einem Betrag nach meiner Wahl. Dafür können Menschen das ISBB-Angebot nutzen, die es sich sonst nicht leisten könnten.

 

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf!

lothar.sandfort@isbbtrebel.de

oder telefonisch über

bzw. 05848 98 15 65  (Büro Trebel)

bzw. 05848 204 309 (Gästehaus)

bzw. 01522 9523834 (Büro Berlin) (Handy)

Postanschrift:

Institut zur Selbst-Bestimmung Behinderter, Nemitzer Str. 16, 29494 Trebel

Psychotherapeutische Praxis Berlin, Holzmarktstr. 69, 10179 Berlin (am Alexanderplatz)

 


 

 

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Copyright © 2007 Institut zur Selbst-Bestimmung Behinderter
Stand: 13. Dezember 2009